Hämorrhoiden 1-4 Grades

Was sind eigentlich Hämorrhoiden?

Als Hämorrhoiden bezeichnet man zunächst einmal nur die arteriovenösen Gefäßpolster die bei jedem Menschen innerhalb des Analkanals an der Grenze zum Rektum liegen. Es handelt sich um Schwellkörper, die in Zusammenarbeit mit dem Schließmuskel den Analkanal abdichten, damit Darminhalt und Gase nicht unkontrolliert entweichen können. Hämorrhoiden sind also unerlässlich für die Darmkontinenz. Beim gesunden Menschen schwellen die Hämorrhoiden nach dem Stuhlgang wieder ab. Sie sind weder spürbar noch sichtbar.

Hämorrhoidalleiden

Dies ist der Begriff für das, was Menschen eigentlich meinen, wenn sie über Hämorrhoiden sprechen. Etwa 80% der erwachsenen Bevölkerung haben tatsächlich ein Hämorrhoidalleiden.

Der Krankheitswert der Hämorrhoiden liegt in ihrer übermäßigen Vergrößerung, die letztendlich zu Schmerzen, Blutungen und Inkontinenz führen kann.

Begünstigt wird die Entwicklung der Erkrankung durch bestimmte Risikofaktoren. Dazu gehören Übergewicht, ein Job in dem man viel sitzt und schwaches Bindegewebe. Doch auch in der Schwangerschaft ist das Risiko für Hämorrhoiden erhöht. Zum einen, weil das Baby auf den Beckenboden drückt, zum anderen weil die Hormone die Gefäße erweitern und Verstopfungen, die durch unzureichende Ernährung verursacht werden. Letzteres betrifft natürlich nicht nur schwangere Frauen, sondern alle Menschen, die sich falsch ernähren und/oder zu wenig trinken. Ausgangspunkt für die Entstehung eines Hämorrhoidalleidens durch Verstopfung ist hierbei das starke Pressen beim Stuhlgang. Dasselbe Phänomen tritt jedoch auch bei Kraftsportlern auf; wenn sie mit zu großen Gewichten trainieren und die Anspannung im Bauch und der Druck im Beckenbereich zu groß werden, können auch sie ein Hämorrhoidalleiden bekommen. Generell birgt jede stärkere Belastungs des Beckenbodens als Risikofaktor, zB. auch sprungintensive Sportarten wie Squash, Tennis und ähnliches.

Man unterscheidet in der Medizin Hämorrhoiden 1-4 Grades, die nach der Ausprägung der Symptomatik und Notwendigkeit bzw. Umfang der Behandlung unterschieden werden.

Haemorrhoiden Erkrankungsgrade

Hämorrhoiden 1-4 Grades

Hämorrhoiden 1. Grades

Bei Hämorrhoiden ersten Grades liegt eine leichte Schwellung in den Gefäßen vor, die aber nur innerhalb des Analkanals, an der Grenze zum Rektum lokalisiert ist. Im ersten Stadium ist von den Hämorrhoiden als von außen nichts zu sehen oder zu ertasten. Lediglich bei einer Proktoskopie, also einer Spiegelung des Enddarms kann der Arzt eine leichte Vorwölbung ertasten und sehen. Diese bereitet jedoch in der Regel kaum Beschwerden, nur gelegentlich finden sich hellrote Blutrückstände auf dem Toilettenpapier und im Stuhlgang.

Beim ersten Grad wird meist ein konservativer Behandlungsweg eingeschlagen. Die Behandlungsmethoden zielen auf die Behebung etwaiger Symptome und die Rückbildung der Schwellung ab. Das vorrübergehende Abklingen der Symptome verspricht hier aber keine vollkommene Heilung, denn es gibt eine hohe Rückfallquote. Behandelt wird vor allem mit Salben und Zäpfchen, die entzündungshemmende Stoffe enthalten. Hier wird häufig auf Cortison zurückgegriffen, welches aber beträchtliche Nebenwirkungen haben kann und Juckreiz und Dermatitis auslösen kann. Juckreiz kann durch örtliche Betäubungen z.B. mit Lidocain bekämpft werden. Auch Sitzbäder mit Entzündingshemmern auf pflanzlicher Basis können Beschwerden zeitweilig lindern. Werden die Beschwerden durch eine starke Verspannung der Schließmuskulatur ausgelöst oder verstärkt, können auch Analdehner zur Therapie eingesetzt werden.

Hämorrhoiden 2. Grades

Im zweiten Stadium treten bereits größere Beschwerden auf. Juckreiz, Brennen und leichte Blutungen sind die Hauptsymptome. Begleitet werden diese Symptome häufig auch von dem Gefühl, der Darm sei nicht vollständig entleert. Außerdem können die Hämmorhoiden beim Stuhlgang aus dem Analkanal herausgedrückt werden. Dann sind sie auch deutlich sichtbar und tastbar. Jedoch ziehen sie sich in diesem Stadium noch spontan von selbst wieder in den Analkanal zurück.

Die Hämorrhoiden des 2. Grades können wie die des 1. Grades ebenfalls konventionell behandelt werden. Häufig entscheidet der Arzt sich jedoch auch zu einer Entfernung, da hierbei die Rezidivquote nicht so hoch ist. Dazu gibt es verschiedene Methoden. Zum einen gibt es die Möglichkeit der Vereisung z.B. mit flüssigem Stickstoff; diese ist jedoch meist weniger erfolgreich. Eine weitere Behandlungsoption ist die Gummibandligatur. Dazu werden die Hämorrhoiden angesaugt und mit einem Gummiband abgeschnürt. Die abgeschnürten Gewebeteile sterben ab und werden nach wenigen Tagen vom Körper abgestoßen. Als letztes gibt es noch die Verödung, entweder mit Infrarotstrahlung oder entsprechend aktiven Substanzen. Letzteres nennt man auch Sklerosierungsverfahren. All diese operativen Maßnahmen eignen sich prinzipiell auch zur Behandlung von Hämmorhoiden des ersten Grades.

Hämorrhoiden 3. Grades

Bei Hämmorhoiden des 3. Grades werden die Schmerzen zunehmend stärker. Dazu kommen neben verstärkten Blutungen noch unkontrollierter Schleimabgang und Nässen, sowie Stuhlrückstände in der Wäsche. Nicht nur beim Stuhlgang sondern auch bei körperlicher Aktivität treten die Hämorrhoiden nun hervor. Sie können aber noch von Hand wieder zurückgeschoben werden. In diesem Stadium sind operative Maßnahmen das Mittel der Wahl. Ein schonendes Verfahren bietet eine OP nach Longo. Mithilfe von Klammern wird das überschüssigene, vorfallende Gewebe zusammengerafft, sodass die Hämmorhoiden nicht mehr hervortreten können. Ein weiteres risikoarmes Verfahren ist die Hämmorhoiden Arterien Ligatur (urz HAL). Hier werden die Arterien die die Hämorrhoiden versorgen mit einer Naht umstochen und abgeschnürt, so dass eine geringere Durchblutung und damit ein Absterben der Hämorrhoiden herbeigeführt wird. In der Regel können die Patienten am nächsten Tag schon wieder zur Arbeit.

Diese Verfahren eignen sich jedoch nur, wenn die Hämorrhoiden noch zurückgeschoben werden können.

Hämorrhoiden 4. Grades

Im 4. Stadium geht das nicht mehr. Die geschwollenen Gefäßpolster liegen dauerhaft vor dem After, wo sie deutlich erkennbar sind und starke Schmerzen verursachen. Außerdem brennen, jucken, bluten und nässen sie und können Wundsein verursachen, was weitere Komplikationen nach sich ziehen kann. Desweiteren berichten Betroffene von Fremdkörpergefühlen und Stuhlinkontinenz. Dann kommt nur noch eine chirurgische Entfernung mit stationärem Aufenthalt in Frage. Dazu gibt es verschiedene Verfahren, bei denen die Hämmorhoiden mitsamt ihren Blutgefäßen herausoperiert werden.

Prävention

Hämmorhoidalleiden treten bei einem Großteil der Bevölkerung auf, dabei kann jeder etwas tun, um sein persönliches Risiko zu minimieren. Dazu gehört vor allem eine bessere Ernährung; es gilt viele Ballaststoffe zu sich zu nehmen und auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten. Nahrungsmittel, die Verstopfungen fördern sollten gemieden werden. Für Menschen mit Übergewicht ist eine Gewichtsreduktion unerlässlich. Wichtig ist auch, sich für den Stuhlgang Zeit zu nehmen und nicht zu stark zu pressen. Eine Kräftigung des Beckenbodens durch entsprechende Übungen und Gymnastik kann nicht nur bei Schwangeren helfen.

Falls sch trotz Prävention ein Hämmorhoidalleiden entwickelt, sollte man nicht zögern zum Arzt zu gehen, da es von allein selten besser wird und die Erkrankung ernsthafte gesundheitihc Folge nach sich ziehen kann.

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