Hämorrhoiden Creme

Hämorriden im Überblick

Hämorriden, auch Hämorrhoiden genannt, sind schwammartige Gefäßpolster, die sich im Schwellkörper des Enddarms befinden. Sie liegen ringförmig an der Grenze zum Mastdarm. Gemeinsam mit dem Schließmuskel sind sie für die Abdichtung des Afters zuständig. Sie bilden einen wichtigen Bestandteil für die Erhaltung der Darmkontinenz, welche es uns ermöglicht den Stuhl bewusst zurückzuhalten. Hämorriden existieren demnach in jedem menschlichen Körper und sind in der Regel unauffällig. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass diese Gefäßpolter vergrößert sind und dadurch Beschwerden bereiten. In dem Fall spricht man von einem Hämorrhoidalleiden.

Man unterscheidet Hämorriden in zwei Gruppen. Die erste Gruppe bilden die echten, inneren Hämorriden. Sie entstehen, wenn Arterien im oben genannten Gefäßpolster erweitert sind. Die zweite Gruppe wird durch die unechten, äußeren Hämorriden gebildet. Als solche werden Venenthrombosen am äußeren Rand des Afters spezifiziert. Sie werden jedoch häufig mit echten Hämorriden verwechselt, weshalb man ihnen die Bezeichnung unechte, äußere Hämorriden gab.

Des Weiteren lässt sich eine Lokalisation am After bestimmen. Hierfür legt sich der Betroffene in die sogenannte Steinschnittlage. Diese bezeichnet die Lage auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen. Nun wird die Lokalisation einer Hämorride anhand eines Ziffernblatts beschrieben. Da die Hämorriden an der Einmündung einer zufließenden Arterie entstehen, treten sie überwiegend in 3, 7 und 11 Uhr Steinschnittlage auf.

Zum Schluss ist eine Unterscheidung in Schweregrade möglich

Grad 1: Hämorriden 1. Grades stellen die häufigste und mildeste Form dar. Sie sind nicht tastbar und lediglich durch eine Analkanalspiegelung sichtbar.
Grad 2: Hämorriden 2. Grades wölben sich lediglich beim Pressen nach außen und ziehen sich danach eigenständig zurück in den Analkanal.
Grad 3: Hämorriden 3. Grades wölben sich ebenfalls beim Pressen nach außen, müssen allerding manuell wieder zurückgeschoben werden.
Grad 4: Hämorriden 4. Grades sind dauerhaft nach außen gewölbt und lassen sich nicht mehr manuell in den Analkanal zurückschieben.

Gibt es Risikogruppen?

Betroffen ist nach Schätzungen von Experten rund die Hälfte aller über 50-Jährigen. Studien zeigen auch, dass im Gesamten mehr Männer als Frauen betroffen sind. Allerdings kann die Krankheit auch bereits im früheren Alter auftreten, beispielsweise im Rahmen einer Schwangerschaft oder Entbindung. Kinder sind eher selten betroffen. Hier wird das Auftreten meistens durch Verstopfungen beobachtet.
Auf die Frage der Ursache und nach der Entstehung gibt es keine eindeutige Antwort. Viele verschieden Faktoren begünstigen ein Hämorrhoidalleiden. Prinzipiell handelst es sich um eine krankhafte Erweiterung der Arterien im Hämorrhoidalpolster. Diese Erweiterung kann beispielsweise durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang hervorgerufen werden. Demnach sind vor allem Betroffene mit häufigen Verstopfungen dazu geneigt, ein Hämorrhoidalleiden zu entwickeln. Weitere Ursachen, die eine Entstehung begünstigen sind jene, die Druck auf den Schwellkörper im Enddarm ausüben und somit den Blutabfluss vermindern. Das passiert häufig in der Schwangerschaft, bei Fettleibigkeit und überwiegend sitzenden Tätigkeiten. Außerdem bilden eine Bindegewebsschwäche und Krampfadern ein erhöhtes Risiko, um an einem Hämorrhoidalleiden zu erkranken.

Welche Behandlungsmöglichkeiten stehen zur Verfügung?

Sollten Betroffene Symptome für Hämorriden entdeckt haben, ist der Besuch beim Arzt ratsam. Je früher Hämorriden erkannt werden, desto besser und nachhaltiger ist das Behandlungsergebnis. Zu den Symptomen zählen Brennen oder Juckreiz am After und Blut nach dem Stuhlgang. Außerdem kann durch einen frühen Arztbesuch eine Differenzialdiagnostik erfolgen, das heißt andere Ursachen als Hämorriden können ausgeschlossen werden. Die Diagnose beim Arzt erfolgt über zwei Wege. Zunächst wird die Krankengeschichte des Betroffenen aufgenommen. Danach folgt eine Untersuchung. Hier wird zunächst der Bauch abgetastet und anschließend der Enddarm. Sollten dabei Auffälligkeiten oder Unstimmigkeiten auftreten, hat ein Proktologe außerdem die Möglichkeit eine Analkanalspiegelung und eine Enddarmspiegelung durchzuführen.

Hämorrhoiden Creme zur Therapie

Nachdem die Art der Hämorriden bestimmt wurde, wird ein Therapieplan festgelegt. Bei Hämorriden 2. Und 3. Grades dient die medikamentöse Behandlung der symptomatischen Therapie. Zäpfchen und Hämorrhoiden Creme sollen den Juckreiz und das Brennen lindern. Die Wirkstoffe der Hämorrhoiden Creme wirken entzündungshemmend oder örtlich betäubend.
Entzündungshemmende Hämorrhoiden Creme und Zäpfchen sind nicht verschreibungspflichtig in Apotheken erhältlich. Gern gewählt sind hierbei Zinkpasten oder Wundsalben. Auch pflanzliche Präparate beispielsweise auf der Basis von Hamamelis virginiana zeigen Wirkung. Sie lindern nicht nur akut, sondern auch lang anhaltend die Beschwerden wie Juckreiz und Brennen. Verschreibungspflichtige Salben und Zäpfchen haben einen Kortison Anteil. Sie enthalten häufig die Wirkstoffe Prednisolon oder Hydrocortisonacetat. Diese Wirkstoffe hemmen das Immunsystem, wodurch die Entzündungsreaktion abgebaut werden kann. Die Anwendungsdauer sollte unbedingt durch den Arzt vorgegeben werden, da Kortison bei längerer Anwendung die Haut dünner und somit verletzlicher macht.
Örtlich betäubende Hämorrhoiden Creme und Zäpfchen werden ebenfalls gerne verwendet, das sie den Betroffenen lokal schmerzfrei machen. Die bekanntesten Wirkstoffe hierfür sind Benzocain, Cinchocain, Lidocain und Quinisocain. Auch bei diesen Mitteln sollte der Therapiezeitraum genauestens mit dem Arzt abgesprochen sein, um keine allergische Reaktion hervorzurufen.

Bei Hämorriden 4. Grades ist eine operative Behandlung in Betracht zu ziehen. Hier gibt es drei verschiedene Vorgehensweisen:

1.Gummibandligatur
2.Sklerosierung
3.Hämorrhoidektomie

In allen drei Fällen wird das Hämorrhoidalleiden operativ behoben. Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Wiederkehr sind jedoch zwingend ratsam.

Vorbeugende Maßnahmen

Um den Hauptfaktor Verstopfung zu bekämpfen, helfen vor allem eine ballaststoffreiche Ernährung, viel Bewegung und eine hohe Trinkmenge. Des Weiteren ist ein Training des Beckenbodens hilfreich, wenn der Körper an einer Bindegewebsschwäche leidet. So hilft der Betroffene seinem Körper, sich selbst zu helfen. Durch eine Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können sich Hämorriden, welche vorher nur manuell zurückzuschieben waren, mit dem Fortschritt der Muskulatur eigenständig wieder in den Analkanal zurückziehen.
Am wichtigsten ist es jedoch, bei beginnenden Beschwerden frühzeitig einen Arzt aufzusuchen, damit eine Behandlung frühzeitig begonnen werden kann. Nur so ist ein effizienter und langfristiger Erfolg gewährleistet.