Hämorrhoiden selbst behandeln

Wie kann man Hämorrhoiden selbst behandeln?

Beschwerden aufgrund vergrößerter Hämorrhoiden lassen sich durch unterschiedliche Möglichkeit lindern. Die gängigsten Ratschläge sind Verstopfungen zu vermeiden, aber auch Sitzbäder zu nehmen oder auch die Anwendung spezieller Salben. Diese Tipps können durchaus hilfreich sein, sind aber nicht immer so erforscht und effektiv, wie angenommen.
Die Verdauung spielt natürlich genauso eine entscheidende Rolle, wie das richtige Verhalten auf der Toilette, wenn bereits Probleme mit Hämorrhoiden vorherrschen. Eine Linderung kann durch unterschiedliche Maßnahmen und Medikamente erfolgen, jedoch bedeutet dies nicht unbedingt einen Rückgang der vergrößerten Hämorrhoiden.

Richtiges Toilettenverhalten

Starkes Pressen kann die Beschwerden verschlimmern und zu massiven Schmerzen führen. Um dies zu verhindern, ist es ratsam Verstopfungen vorzubeugen, denn harter Stuhl führt automatisch zu stärkerem Pressen. Man sollte zudem auch darauf achten den Stuhlgang nicht über einen längeren Zeitraum hinauszuzögern, da dies Verstopfungen fördern kann. Der Gang zur Toilette sollte daher immer entspannt und ohne Stress erfolgen.

Verstopfungen umgehen

Um sich erfolgreich von Verstopfungen zu befreien, empfiehlt es sich sowohl eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, als auch eine Ernährungsumstellung und regelmäßige Bewegung. Der Stuhl wird weicher, wenn die Nahrung ballaststoffreich ist. Daher sollten Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, sowie Obst und Gemüse verstärkt auf dem Speiseplan stehen. Studien zufolge sollen pflanzliche Ballaststoffe – zum Beispiel Flohsamen – sogar zu einer Verringerung der Häufigkeit von Blutungen führen. Eine Linderung der Beschwerden konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Bei der Einnahme von Flohsamen ist zumindest eine hohe Flüssigkeitszufuhr dringend erforderlich. Ein Zuviel an Ballaststoffen kann jedoch auch das Gegenteil bewirken und zu Durchfällen führen. Die ohnehin bereits gereizten Hämorrhoiden werden dadurch noch stärker gereizt, was die Beschwerden verschlimmern kann. Es ist daher wichtig die Ernährung langsam umzustellen.

Hygiene hilft

Eine sorgfältige Reinigung nach dem Stuhlgang ist absolut ratsam, da Reste des Stuhlgangs zu einer Reizung der Hämorrhoiden führen. Die Verwendung von Feuchttüchern ist daher sinnvoll, denn die starke Reibung mit Toilettenpapier verschlimmert die Situation. Von der Verwendung von sogenannten Waschlotion wird jedoch abgeraten, da deren Inhaltsstoffe die Haut reizen und zu allergischen Reaktionen führen können.

Sitzbäder und ihre Wirkung

Sitzbäder in klarem Wasser mit der Zugabe von entzündungshemmenden Wirkstoffen – beispielsweise Kamille, Hamamelis, Arnika, Eichenrinde oder Teebaumöl – ist eine durchaus angenehme Möglichkeit, um für eine Linderung der Schmerzen zu sorgen. Der Verzicht von Seife ist dabei jedoch essentiell, da dadurch die bereits gereizte Haut im Afterbereich stärker belastet wird.

Salben verwenden

Im Handel erhält man bereits eine Vielzahl an entzündungshemmenden Salben, welche Linderung versprechen. Die Wahl sollte dabei vorzüglich auf Salben mit Zink, Panthenol oder pflanzlichen Stoffen (Hamamelis oder Aloe Vera) fallen, da diese, ohne dem Einsatz von Chemie, für eine Linderung des Juckreizes sorgen. Die von Ärzten verordneten Salben zur Betäubung mittels Lidocain, aber auch die kortisonhaltigen Salben, welche die Entzündung hemmen, sollten nur für kurze Zeit verwendet werden, um Nebenwirkungen zu umgehen.

Zäpfchen und Analtampons als Alternative

Die Verwendung von Zäpfchen und Analtampons ist eine Möglichkeit, welche jedoch nicht zwangsläufig zum Erfolg führt. Ein sogenannter Analtampon mit entsprechenden Wirkstoffen ist eigentlich ein Zäpfchen mit Mullstreifen, welches dadurch direkt im Analkanal verbleibt. Ein herkömmliches Zäpfchen wirkt eher im oberen Darmabschnitt, da es selbstständig im Darm hinaufwandert. Beide Varianten können mit ihren Wirkstoffen zu einer Linderung führen, beseitigen jedoch nicht das Problem der Hämorrhoiden an sich.

Hämorrhoiden selbst behandeln mit bewährten Hausmitteln

Ein altbewährtes Hausmittel ist die sogenannte Apfelkur, welche über einen längeren Zeitraum hindurch durchgeführt werden muss. Dafür trinkt man täglich 1/4 Liter naturtrüben Apfelsaft oder Apfelmost.
Zusätzlich empfehlen sich regelmäßige Sitzbäder mit 3 Litern Eichenrinden- oder Zinnkrauttee oder auch heiße Kompressen mit Schafgarbentee, welche mit viel Geduld und durch ihre natürliche Heilkraft für eine Besserung sorgen.
Eine Anwendung mit dem Kamille-Steinklee-Tee hat sich ebenfalls als Hausmittel bewährt. Die Wirkung des Steinklees soll sich positiv auf Venen und Geschwüre auswirken, weshalb folgende Mischung erzeugt und dreimal am Tag getrunken werden soll: Steinklee und Kamille werden gemischt auf 1 Esslöffel mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Nachdem die Mischung 10 Minuten ziehen gelassen wurde, wird der fertige Tee abgeseiht und getrunken. Das direkte Abtupfen der Hämorrhoiden mit einem teegetränkten Wattebausch ist ebenso ratsam, wie die zusätzliche Verwendung als Sitzbad.
Die bereits bekannte Ringelblumensalbe kann auch bei Hämorrhoiden zum Einsatz kommen. Dafür wird diese einfach in einem Verhältnis von 1:1 mit Honig vermengt. Die fertige Mischung muss mehrmals täglich aufgetragen und eingewirkt werden lassen.

Was tun, wenn nichts hilft?

Viele Menschen leiden still an Hämorrhoiden, da das Jucken und Brennen im Analbereich als peinlich und unangebracht angesehen wird. Oftmals werden die Schmerzen und Beschwerden jedoch so schlimm, dass nichts mehr hilft. Sollte eine Selbstbehandlung daher nach einigen Wochen nicht zu einer Besserung führen, lohnt sich der Weg zu einem Proktologen. Da Hämorrhoiden ohne Behandlung größer werden, verschlimmern sich auch die Symptome. Es gibt vier Stadien dieser Erkrankung, wobei es bereits im dritten Stadium zu massiven Auffälligkeiten kommt und im vierten Stadium eine Operation notwendig wird. Eine rechtzeitige Behandlung lohnt sich also absolut.

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